„Jeden ersten Schritt muss ich wagen…“
St.Matthias-Fußwallfahrt 2026
mit drei Generationen

So wie der Liedtext es beschreibt, so dachten sicher auch Noah, 10 J. und Joey, 8, die mit ihren Eltern zum ersten Mal dabei waren, und Jasmin, 10, mit ihrer Mutter und Oma, als sie am frühen Morgen an Christi Himmelfahrt in den Bus bzw. ins Wohnmobil stiegen. Mit 26 anderen Pilgerinnen und Pilgern fuhren wir in die Eifel, um traditionell in Waldkönigen mit der Gemeinde den Gottesdienst zu feiern, bei dem Noah Messdiener sein durfte, und Isabel, 16 J. ihm zur Seite stand. Vorher aber empfingen uns Freude strahlend die 8 Pilgerinnen und Pilger, die sich bereits am Samstag vorher auf den langen Weg gemacht hatten von Traar nach Trier und dabei dem kalten Wetter der Eisheiligen getrotzt hatten. Nach der ersten Statio, in der persönliche Gedanken zu der diesjährigen Losung „Meine Freude in euch“ (Joh15,11) vorgetragen wurden, ging es in Stille und später mit dem Rosenkranzgebet endlich los in die Natur durch Wald, Wiesen und Felder. In den Pausen freuten sich alle auf wärmenden Kaffee oder Tee, leckere Schnittchen, Süßes zur Stärkung und die Kinder nutzen die Zeit zum Kartenspielen.

hielten die ganze Strecke über gut durch. Zum Start in den 2.Tag feierten wir mit dem jungen Pfarrer aus der Region einen Gottesdienst in der Kirche in Bettenfeld, wo Noah und Isabel wieder dienen durften. Bei kühlem aber trockenem Wetter führte der Weg zur wunderschönen Abtei nach Himmerod, durch blühende Wiesen, an Fischteichen entlang in den dichten Speicherer Wald, wo uns am Ende der Etappe unsere Speicherer Gasteltern schon sehnsüchtig erwarteten. Beim Abendessen genossen wir das Wiedersehen und das gesellige Beisammensein. Der 3. Tag startet mit einer Statio in der wunderschönen barocken Pfarrkirche von Speicher und unterwegs in Kordel trafen wir dann die sieben Radfahrpilgerinnen und -pilger, die sich tags zuvor auf den Weg nach Trier gemacht hatten. Nachmittags gelangten wir endlich ans Moselufer und nahmen die St. Matthias Abtei ganz klein in weiter Ferne in den Blick und die letzten Energiereserven wurden auf dem schönen Uferweg freigesetzt. Gemeinsames Singen, Beten und Erzählen brachte uns zum Ziel; und wir zogen mit Freude erfüllt unter dem Applaus anderer Pilgergruppen auf den Freihof der Abtei; Robin mit dem Kreuz vorne weg, der sein 10jähriges Jubiläum feierte, dazu waren extra sein Bruder und seine Oma angereist. Besonders die Kinder und die anderen Erstpilgerinnen und Erstpilger waren glückselig und die Gefühle unbeschreiblich, „wahnsinnig“ und „gigantisch“, meinte eine. Dann folgte der feierliche Einzug zum Grab des Apostels Matthias mit vielen anderen Pilgerinnen und Pilgern aus verschiedenen Bruderschaften des Rheinlands als krönender Abschluss der Wallfahrt. Unsere zehn Neupilger erhielten dann persönlich von Bruder Thomas die Pilgerplakette, und Robin, als Jubilar eine große Kerze, begleitet von viel Applaus, was für die Kinder auch ein unvergessliches Erlebnis war. Sonntags auf dem Freihof durften dann Noah und Isabel mit vielen anderen Messdienerinnen und Messdienern den Mattheiser Konvent unterstützen und den großen festlichen Pilgergottesdienst mitfeiern abermals bei herrlichem Wetter.

Erschöpft, aber stolz und glücklich am späten Nachmittag in Traar angekommen, meinten die Kinder, dass sie gerne im nächsten Jahr wieder bei der Wallfahrt dabei sein möchten. Gemeinsame Freude, die Idylle und Stille in der Natur genießen, Bekannte und Freunde wiedertreffen, Gemeinschaft erleben auf dem Pilgerweg, all das wurde direkt erfahrbar für Groß und Klein und dafür sind wir alle sehr dankbar und freuen uns schon wieder auf die Trierwallfahrt 2027!

Bettina Kürschner, Pilgerin

Impressionen